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Die ORF-Baustellen

Im ORF gibt es derzeit fast mehr offene Baustellen als fix besetzte Schlüsselpositionen.

08.09.2026 12:13
red04
© APA/HARALD SCHNEIDER
Wesentliche Positionen sind dort nur provisorisch besetzt oder werden interimistisch geführt.

Während ab Donnerstag dieser Woche 200 Vertreter auf Geheiß Andreas Bablers über die Zukuft des ORF diskutieren (erfrischenderweise nachdem die Weichen für Generaldirektor und Management bereits zur Gänze entschieden und abgewickelt sind), gibt es im Österreichischen Rundfunk eine ganze Reihe an Baustellen.

Wesentliche Positionen sind dort nur provisorisch besetzt oder werden interimistisch geführt.

Beginnend mit der ORF Enterprise, wo nach dem Abgang von Oliver Böhm, der bei oe24 gelandet ist, interimistisch Matthias Seiringer die Geschäfte führt. Eine absolute Schlüsselposition muss hier neu ausgeschrieben werden, wo’s um das Eingemachte, sprich das Werbegeld des Österreichischen Rundfunks, geht.

Denn immerhin finanziert neben der Gebühren der ORF auch rund 17 Prozent seiner Einkünfte über die Werbeerlöse, die im Jahr etwa 189 Millionen Euro ausmachen.

Interimistisch geführt wird auch die Unterhaltungsabteilung. Die noch amtierende Unterhaltungschefin Stefanie Groiss-Horowitz leitet dort die Geschäft bis zum Jahresende.

Neuer Programmdirektor ist Michael Krön. Sohin muss auch dessen Job (Programmwirtschaft) neu besetzt werden.

Doch zurück zur Unterhaltungsabteilung. Dort ist der Vertrag des bisherigen Unterhaltungschefs Martin Gastinger am 31. Juli 2026 ausgelaufen. Und wurde – man höre und staune – nicht verlängert. Ein schwerer Schlag für Gastinger, der jetzt vom Chef zum einfachen Redakteur abgestiegen ist.

Natürlich zu einer deutlich geringeren Gage, als die, die er bis zum 31. Juli hatte.

Vakant ist auch die Abteilung ORF Promotion, nachdem Michael Hajek in Pension gegangen ist.

Und auch die Leitung der Rechtsabteilung muss neu ausgeschrieben werden.

Unklar ist auch, wie es mit ORF III weitergeht, der bisher von einer Doppel-Geschäftsführung mit Kathrin Zierhut-Kunz und Peter Schöber, der mittlerweile entfernt wurde, geleitet wurde.

Da stellt sich die Frage, ob ORF III als Struktur überhaupt aufgelöst wird, wie es dort weitergeht, ob es dort bei einer Alleinbesetzung mit Zierhut-Kunz bleibt. Oder ob da Clemens Pig den Sparstift ansetzen wird.

Das Fazit aus der Palette an provisorischen oder interimistischen Leitern kann man wie folgt ziehen: Viele stehen bereits in den Startlöchern und hoffen, dass sie bei den vakanten Posten zum Zug kommen.

Aber vielleicht passiert ja gar nichts.

Es soll schon provisorische Besetzungen im ORF gegeben haben, die interimistisch angekündigt waren. Und jahrelang gehalten haben.

Man wird sehen.

CEMU

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