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Erweiterung für Google-Campus Kronstorf beantragt

Das Bewilligungsverfahren für die zweite Ausbaustufe des Google-Campus in Kronstorf hat begonnen.

28.07.2026 15:26
red04
© APA/HELMUT FOHRINGER
Auf dem rund 50 Hektar großen Betriebsbaugebiet, das Google bereits vor mehreren Jahren erworben hat, soll schrittweise ein sogenannter Google-Campus entstehen.

Für die zweite Ausbaustufe des Google-Rechenzentrums in Kronstorf (Bezirk Linz-Land) sind die erforderlichen Genehmigungsanträge eingereicht worden. Nach Angaben von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) liegt der Antrag für das Baurecht bei der Gemeinde Kronstorf, während die Bezirkshauptmannschaft Linz-Land über die gewerberechtliche Genehmigung entscheidet. Auf dem rund 50 Hektar großen Betriebsbaugebiet, das Google bereits vor mehreren Jahren erworben hat, soll schrittweise ein sogenannter Google-Campus entstehen.

Erweiterung früher als erwartet beantragt

Erst Ende April war der Spatenstich für den ersten Bauabschnitt erfolgt. Laut Achleitner informierte Google die Landespolitik vor rund vier Wochen darüber, die zweite Ausbaustufe bereits jetzt zur Genehmigung einzureichen. Die wasserrechtliche Bewilligung wurde bereits im Zuge der ersten Ausbaustufe für das gesamte Vorhaben erteilt. Zudem wurde ein UVP-Feststellungsverfahren durchgeführt. Dieses kam zu dem Ergebnis, dass für den Bau des gesamten Campus keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist.

Milliardenprojekt mit geplantem Baustart ab 2027

Nach Einschätzung Achleitners könnten sämtliche Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte 2027 vorliegen. Anschließend könnte Google nach eigenen Angaben mit der Erweiterung beginnen. Der Landesrat bezeichnete das Vorhaben als das größte Einzelprojekt in der Geschichte Oberösterreichs. Das geplante Investitionsvolumen bezifferte er mit mehreren Milliarden Euro.

Höherer Strombedarf durch Ausbau

Mit der vollständigen Umsetzung des Campus wird auch der Energiebedarf deutlich steigen. Nach Angaben von Netz Oberösterreich erhöht sich der jährliche Stromverbrauch von 1,31 Terawattstunden in der ersten Ausbaustufe auf bis zu 4,4 Terawattstunden. Die vorgesehene Anschlussleistung beträgt 500 Megawatt. Achleitner verwies auf Angaben der E-Control, wonach die erforderlichen Netzanschlusskapazitäten vorhanden seien. Verhandlungen über Stromlieferverträge seien im Gange. Google habe gegenüber dem Land erklärt, den Betrieb auf 100 Prozent erneuerbare Energie auszurichten.

Bürgerinitiative fordert mehr Transparenz

Die Bürgerinitiative Rechenzentrum Kronstorf sprach sich bei einer Kundgebung am 17. Juli für eine umfassende Offenlegung sämtlicher Verträge und Vereinbarungen zwischen Politik und Technologiekonzernen aus. Außerdem fordert sie aus ihrer Sicht vollständige Prüfungen zu den Auswirkungen auf Lärm, Verkehr und Netzsicherheit.

Fachhochschule sieht Chancen für die Region

Andreas Auinger, Wirtschaftsinformatiker und Dekan der Fachhochschule Steyr, bewertet die geplante Ansiedlung positiv. Er sieht Vorteile für die Datensouveränität durch ein Rechenzentrum in der Region. Zudem bezeichnete er das Projekt als historische Chance für einen KI-Cluster in Oberösterreich, zu dem Google einen wesentlichen Beitrag leisten könne.

(APA/red)

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