Italiens Printauflagen um rund 90 Prozent gesunken
Die Auflagen italienischer Tageszeitungen sind innerhalb von 25 Jahren auf rund ein Zehntel des früheren Niveaus gesunken.
Die Auflagen italienischer Tageszeitungen sind in den vergangenen 25 Jahren drastisch zurückgegangen. Nach Angaben des Präsidenten der italienischen Medienaufsicht AGCOM, Giacomo Lasorella, erreichten die täglichen Printauflagen im Jahr 2025 nur noch rund 1,2 Millionen Exemplare. Das entspricht einem Rückgang von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und liegt bei etwa einem Zehntel des Niveaus zu Beginn des Jahrhunderts. Auch wirtschaftlich blieb die Entwicklung angespannt. Die Einnahmen der Verlage gingen innerhalb eines Jahres um 7,9 Prozent zurück. Nach Einschätzung Lasorellas sind staatliche Förderungen für zahlreiche Verlagshäuser inzwischen von zentraler Bedeutung. Öffentliche Zuschüsse machen mittlerweile fast zehn Prozent der Gesamterlöse der Branche aus.
Streamingdienste bauen Marktanteile aus
Während klassische Printmedien weiter an Bedeutung verlieren, gewinnen Streamingplattformen im Fernsehmarkt an Gewicht. Nach Angaben der AGCOM entfallen inzwischen 23,3 Prozent des italienischen TV-Marktes auf Anbieter wie Netflix, DAZN, Amazon Prime Video und Disney+. Die etablierten Medienunternehmen halten zwar weiterhin die Mehrheit des Marktes. Auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk RAI entfallen 26,6 Prozent, auf Comcast/Sky 22 Prozent und auf die Mediaset-Gruppe 18,5 Prozent. Nach Einschätzung der Medienaufsicht wächst jedoch der Wettbewerbsdruck durch internationale Streaminganbieter, die mit exklusiven Inhalten Marktanteile hinzugewinnen.
Medienmarkt leicht rückläufig
Insgesamt verzeichnete der italienische Medienmarkt im Jahr 2025 einen leichten Rückgang. Die Gesamterlöse beliefen sich auf etwas mehr als zwölf Milliarden Euro und lagen damit 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders deutlich gingen die Werbeeinnahmen zurück. Sie sanken um 2,9 Prozent. Betroffen waren das Fernsehen sowie Tages- und Wochenzeitungen. Lediglich der Hörfunk blieb von dieser Entwicklung ausgenommen.
Fernsehen bleibt wichtigste Erlösquelle
Trotz der Veränderungen bleibt das Fernsehen der umsatzstärkste Bereich der klassischen Medienwirtschaft. Mit einem Anteil von 74,1 Prozent nimmt es weiterhin die führende Rolle ein. Die Erlöse stiegen 2025 leicht auf 8,9 Milliarden Euro. Den größten Anteil an den Einnahmen erzielten Bezahlangebote mit 43,6 Prozent. Werbeeinnahmen machten 34,5 Prozent aus. Weitere 21,9 Prozent entfielen auf öffentliche Mittel, darunter die Rundfunkgebühr für den öffentlich-rechtlichen Sender RAI.
Online-Werbung wächst deutlich
Deutlich dynamischer entwickelte sich der Markt für Online-Werbung. Das Werbevolumen stieg 2025 um 12,2 Prozent auf rund sieben Milliarden Euro. Damit vergrößerte sich der Abstand zur Werbung in den klassischen Medien, deren Einnahmen mit rund fünf Milliarden Euro nahezu unverändert blieben.
(APA/red)