Microsoft peilt Quantencomputer 2029 an

Der Technologiekonzern präsentiert einen verbesserten Quantenchip und nennt erstmals einen konkreten Zeitplan für die Markteinführung.

03.06.2026 9:42
red04
© Adobe

Microsoft hat auf einer Entwicklerkonferenz eine neue Version seines Quantenchips „Majorana 2“ vorgestellt und damit einen weiteren Schritt im internationalen Wettlauf um leistungsfähige Quantencomputer gesetzt. Nach Angaben des Unternehmens soll der erste kommerziell nutzbare Rechner auf Basis dieser Technologie im Jahr 2029 auf den Markt kommen.

Mit diesem Zeitrahmen liegt Microsoft auf einer Linie mit IBM, das ebenfalls ab 2029 marktreife Quantencomputer anbieten möchte. Neben den beiden US-Konzernen investieren auch Google, Amazon sowie mehrere chinesische Unternehmen intensiv in die Entwicklung dieser Technologie. In Europa zählen unter anderem IQM aus Finnland sowie die deutschen Firmen EleQtron, SaxonQ und PlanQC zu den wichtigen Akteuren.

Laut Microsoft wurde die Leistung des neuen Chips durch den Einsatz neuer Materialien und die Unterstützung von Künstlicher Intelligenz deutlich verbessert. Das Unternehmen spricht von Leistungssteigerungen um das Tausendfache in bestimmten Bereichen. Die KI habe dabei geholfen, neue Fertigungsmethoden zu entwickeln und alternative Materialien einzusetzen.

Quantencomputer gelten als vielversprechend, weil sie bestimmte Rechenaufgaben deutlich schneller lösen können als klassische Computer. Mögliche Einsatzgebiete reichen von der Datenverschlüsselung über komplexe Logistikberechnungen bis hin zu Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz.

Gleichzeitig gibt es Kritik aus der Wissenschaft. Microsofts Technologie basiert auf sogenannten Majorana-Teilchen, deren Existenz und praktische Nutzbarkeit weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen sind. Forscher bemängeln, dass wichtige Ergebnisse bislang nicht vollständig veröffentlicht wurden und daher nur eingeschränkt überprüft werden können. Microsoft verweist auf den Schutz von Geschäftsgeheimnissen, betont jedoch, dass entsprechende Daten mit der US-Forschungsagentur Darpa geteilt wurden.

Trotz der Skepsis zeigt sich das Unternehmen überzeugt von seinem Ansatz und sieht sich auf Kurs, in den kommenden Jahren einen marktfähigen Quantencomputer zu entwickeln.

APA/Red.

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