Journalisten in Italien streiken erneut
m Streit um ausstehende Tarifregelungen und Arbeitsbedingungen haben Journalisten in Italien erneut die Arbeit niedergelegt.
In Italien haben Journalisten am heutigen Donnerstag erneut die Arbeit niedergelegt. Es handelt sich um den zweiten Streik innerhalb von drei Wochen. Bereits am 27. März war es zu einem vergleichbaren Arbeitsausstand gekommen.
Tarifvertrag seit rund zehn Jahren ausgelaufen
Ausgangspunkt des Konflikts ist der seit etwa zehn Jahren nicht erneuerte Kollektivvertrag für Journalisten. Die Journalistengewerkschaft FNSI kritisiert, dass zentrale arbeitsrechtliche Regelungen seither nicht angepasst worden seien. Dies betreffe sowohl die Bezahlung als auch die Beschäftigungssicherheit in den Redaktionen.
Kritik an Stellenabbau und Investitionsmangel
Nach Angaben der Gewerkschaft haben Personalabbau und Sparmaßnahmen die Redaktionen in den vergangenen Jahren deutlich geschwächt. Als Gründe werden unter anderem Kündigungen, Vorruhestandsregelungen sowie das Einfrieren des Tarifvertrags genannt. Dies habe spürbare Auswirkungen auf die Medienvielfalt und den Zugang der Bevölkerung zu Informationen. Trotz staatlicher Zuschüsse in Millionenhöhe sieht die Gewerkschaft weiterhin fehlende Investitionen in den Mediensektor.
Position der Gewerkschaft
Die FNSI betont, dass ein neuer Tarifvertrag sowie angemessene Bezahlung keine Privilegien seien. Auch stabile Arbeitsverhältnisse und unabhängige Berichterstattung seien grundlegende Voraussetzungen für journalistische Arbeit. Zugleich kritisiert die Gewerkschaft die Verleger, die lediglich geringe Lohnerhöhungen vorgeschlagen und zugleich Einschnitte für neu eingestellte Beschäftigte gefordert hätten. Dies verschärfe nach ihrer Darstellung die Unterschiede innerhalb der Belegschaften.
Position der Verleger
Der Verlegerverband FIEG verweist hingegen auf die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform der vertraglichen Rahmenbedingungen. Ziel sei es, Effizienz und Produktivität zu steigern und die Branche an tiefgreifende Veränderungen anzupassen. Die bestehenden Regelungen müssten modernisiert werden, um den „neuen Herausforderungen eines von technologischen Umbrüchen geprägten Marktes“ gerecht zu werden.
(APA/red)

