Pentagon dementiert Rüge-Medienbericht
Ein Bericht über eine scharfe Rüge bei einem Gespräch zwischen USA und Vatikan wird von beiden Seiten zurückgewiesen.
Das US-Verteidigungsministerium hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach es bei einem Treffen mit dem vatikanischen Gesandten in den Vereinigten Staaten zu einer scharfen Rüge gekommen sei. Das Nachrichtenportal The Free Press habe die Darstellung „stark übertrieben und verzerrt“, erklärte das Ministerium auf der Plattform X. Das Gespräch sei vielmehr „respektvoll und vernünftig“ verlaufen.
Pentagon betont sachlichen Austausch
Nach Angaben des Ministeriums traf der US-Staatssekretär für Verteidigungspolitik, Elbridge Colby, im Jänner mit dem damaligen Apostolischen Nuntius in Washington, Christophe Pierre, zusammen. Dabei seien verschiedene Themen erörtert worden. Genannt wurden unter anderem moralische Fragen in der Außenpolitik, die strategische Ausrichtung der US-Sicherheitspolitik sowie regionale Entwicklungen in Europa, Afrika und Lateinamerika. Das Pentagon stellte das Treffen als Teil eines üblichen diplomatischen Austauschs dar.
Auch US-Botschafter widerspricht Darstellung
Auch der US-Botschafter beim Vatikan, Brian Burch, widersprach der Berichterstattung. Er habe kürzlich mit Pierre über das Treffen gesprochen. Die veröffentlichten Darstellungen gäben nicht korrekt wieder, was sich ereignet habe, erklärte Burch. Demnach habe der Kardinal die Medienberichte entschieden zurückgewiesen. Er habe das Gespräch als „ehrlich, aber sehr herzlich“ sowie als „normale Begegnung“ beschrieben.
Bericht spricht von scharfer Rüge
Der Bericht von The Free Press hatte zuvor ein deutlich schärferes Bild gezeichnet. Demnach soll Colby dem vatikanischen Diplomaten eine „bittere Rüge“ erteilt haben. Zudem wurde ihm zugeschrieben, die militärische Stärke der USA betont und die Kirche zur Unterstützung der amerikanischen Position aufgefordert zu haben.
Papst äußert Kritik an militärischer Gewalt
Hintergrund des Treffens waren unter anderem Äußerungen von Papst Leo XIV. zur internationalen Politik. In einer Rede im Jänner hatte er eine auf Gewalt basierende Diplomatie kritisiert. Bei der Ostermesse rief der Papst zudem jene Akteure, die über die Möglichkeit verfügten, Kriege zu beginnen, dazu auf, sich bewusst für den Frieden zu entscheiden.
(APA/red)

