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RTL will EU-Bedenken bei Sky-Deal ausräumen

RTL bereitet Zugeständnisse vor, um die EU-Kommission von der geplanten Übernahme von Sky Deutschland zu überzeugen.

30.03.2026 9:10
red04
© Adobe Stock
RTL geht davon aus, dass die Übernahme von Sky Deutschland in der ersten Hälfte des Jahres 2026 genehmigt und abgeschlossen werden kann.

RTL will Insidern zufolge in den kommenden Tagen bei der EU-Kommission Zugeständnisse im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Sky Deutschland einreichen. Ziel ist es demnach, bestehende wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen und eine zügige Genehmigung des Vorhabens zu erreichen. Mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen bestätigten dies gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Einreichung der Vorschläge könnte bereits am Freitag erfolgen. Die EU-Kommission wollte sich dazu nicht äußern. RTL erklärte auf Anfrage, laufende Verfahren grundsätzlich nicht zu kommentieren. Gleichzeitig betonte das Unternehmen, man arbeite konstruktiv mit der Europäischen Kommission zusammen und gehe davon aus, dass die Übernahme von Sky Deutschland in der ersten Hälfte des Jahres 2026 genehmigt und abgeschlossen werden kann.

Wettbewerb mit US-Anbietern

Mit der geplanten Transaktion wollen sich zwei europäische Medienunternehmen im Sport- und Unterhaltungssegment zusammenschließen. Hintergrund ist der wachsende Konkurrenzdruck durch große US-Streaminganbieter wie Netflix, Disney und Amazon Prime. Durch die Übernahme würde RTL Zugriff auf umfangreiche Sportrechte erhalten, die derzeit bei Sky liegen. Dazu zählen unter anderem die Fußball-Bundesliga, die englische Premier League sowie die Formel 1. Darüber hinaus soll auch der Streaming-Dienst WOW Teil von RTL werden. Sky Deutschland gehört zum US-Konzern Comcast und ist neben Deutschland auch in Österreich und der Schweiz aktiv.

Werbevermarktung als möglicher Streitpunkt

Als mögliches Zugeständnis wird die Auslagerung der Werbevermarktung an externe Anbieter diskutiert. Nach Angaben der Insider handelt es sich dabei um einen Bereich, der üblicherweise im Fokus der Wettbewerbshüter steht. Ein solcher Schritt hätte auch Auswirkungen auf den Zeitplan des Verfahrens: Die Frist für die vorläufige Prüfung durch die EU-Kommission, die derzeit am 8. April endet, würde sich automatisch um zehn Arbeitstage verlängern. Den Insidern zufolge könnte die Genehmigung jedoch bereits am Ende dieser ersten Prüfphase erfolgen.

(APA/red)

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