DESG erteilt Hausverbot für ARD-Journalisten

Nach einem ARD-Bericht über angebliche Unregelmäßigkeiten im Verband verweist die DESG zwei Journalisten von einer Pressekonferenz.

27.02.2026 11:48
red04
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Die ARD kritisierte das Hausverbot scharf und sah darin einen für einen deutschen Sportfachverband bislang beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit.

Im deutschen Sportjournalismus sorgt ein ungewöhnlicher Vorfall für Diskussionen: Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat dem Aufdecker-Duo Hajo Seppelt und Jörg Mebus ein Hausverbot für eine Pressekonferenz erteilt. Hintergrund ist ein ARD-„Sportschau“-Bericht zu Beginn der Olympischen Winterspiele, der auf angebliche Unregelmäßigkeiten innerhalb der DESG sowie Spannungen zwischen einzelnen Athleten und der Verbandsspitze hinwies. Seppelt und Mebus waren an der Erstellung dieses Beitrags beteiligt.

Stellungnahme der DESG

DESG-Präsident Matthias Große begründete die Maßnahme während der Pressekonferenz im Berliner Müggelturm, einem Gebäude in seinem Besitz: „Die ARD und Hajo Seppelt haben uns die Olympischen Spiele gecrasht und das lassen wir nicht zu. Das geht so nicht.“ Der Lebensgefährte der Eisschnellläuferin Claudia Pechstein bezeichnete die Berichterstattung als ein „Hassspiel“ gegen den Verband.

Reaktionen aus Medien und Journalismus

Die ARD kritisierte das Hausverbot scharf und sah darin einen für einen deutschen Sportfachverband bislang beispiellosen Eingriff in die Pressefreiheit. Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) äußerte deutliche Bedenken: Es sei selbstverständlich, dass auch kritische Journalisten zu offiziellen Presseveranstaltungen eingeladen werden müssten. Das Hausverbot gegen die ARD-Kollegen sei daher nicht nachvollziehbar.

Ungewöhnlicher Schritt im Sport

Der Vorfall verdeutlicht die Spannungen zwischen Sportverbänden und Medienkritik in Deutschland. Während die DESG ihre Entscheidung als Reaktion auf die Berichterstattung verteidigt, sehen Medienvertreter darin eine Gefährdung der journalistischen Grundrechte. Beobachter erwarten, dass die Debatte um Transparenz, Kritik und die Rolle der Presse in deutschen Sportverbänden in den kommenden Wochen weiter an Fahrt gewinnen wird.

(APA/red)

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