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Disney geht gegen KI-Software von ByteDance vor

KI-generierte Videos mit Figuren aus „Star Wars“ und dem Marvel-Universum haben Disney zum Einschreiten veranlasst.

16.02.2026 9:22
red04
© Adobe Stock

Der US-Unterhaltungskonzern Disney ist gegen eine neue KI-Software des TikTok-Eigentümers ByteDance vorgegangen. Wie aus Branchenkreisen nach einem Bericht der Website Axios bestätigt wurde, verschickte Disney ein Unterlassungsschreiben wegen des KI-Modells „Seedance 2.0“. In mit der Software erzeugten Videoclips seien demnach ohne Genehmigung Figuren unter anderem aus „Star Wars“ sowie aus dem Marvel-Superhelden-Universum aufgetaucht. Disney beruft sich dabei auf mögliche Verstöße gegen Urheber- und Markenrechte.

Aufsehen um KI-Video

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte Seedance 2.0 zu Wochenbeginn mit einem KI-generierten Video, das die Hollywood-Schauspieler Tom Cruise und Brad Pitt in einer Kampfszene auf einem Hausdach zeigt. Das Video löste in der US-Filmbranche Diskussionen über die Nutzung realer Personen und geschützter Inhalte durch KI aus. Auch der Chef des Branchenverbands Motion Picture Association (MPA), Charles Rivkin, forderte ByteDance öffentlich dazu auf, Urheberrechte zu respektieren.

Fortschritte bei KI-Videoproduktion

Technologien, die auf Basis von Texteingaben realistische Videos erzeugen, haben in den vergangenen Jahren deutlich an Qualität gewonnen. So stellte der ChatGPT-Entwickler OpenAI im vergangenen Jahr mit „Sora 2“ eine Software vor, mit der Nutzer nach einem kurzen Smartphone-Scan auch selbst in kurze Videoclips integriert werden können. Disney räumte OpenAI eine Lizenz zur Nutzung eigener Figuren für die Erstellung solcher Videos ein und investierte eine Milliarde US-Dollar in das KI-Unternehmen. Gegen andere Entwickler, die ohne entsprechende Vereinbarungen Inhalte verwendeten, gingen Disney und weitere Hollywood-Studios juristisch vor.

Unterschiedliche Haltungen

In der Film- und Streamingbranche wird KI-Technologie teils mit Skepsis betrachtet. Kritiker befürchten, dass computergenerierte Inhalte menschliche Kreativität verdrängen könnten, insbesondere wenn digitale Produktionen kostengünstiger als klassische Dreharbeiten sind. Die Contentchefin des Streamingdienstes Netflix, Bela Bajaria, äußerte sich dagegen gelassen. Das Video mit Cruise und Pitt sei zwar eine „coole Actionszene“ gewesen, sagte sie dem Sender CNBC. Entscheidend für den Erfolg von Geschichten seien jedoch Emotionen und Erzählkunst, die sich nicht ersetzen ließen. Für Netflix gehe es nicht darum, Produktionen günstiger zu machen, betonte Bajaria. KI sei beim Streaminganbieter bislang nur punktuell eingesetzt worden. Zugleich befindet sich Netflix im Übernahmewettbewerb um Warner Brothers mit dem Konkurrenten Paramount.

(APA/red)

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