Altersgrenze im Blick: TikTok führt Prüftechnik ein

Die Plattform will Konten von Kindern unter 13 künftig besser identifizieren, indem Profilinformationen, Videos und Verhalten analysiert werden.

16.01.2026 12:15
red04
© Adobe Stock
TikTok-Konten, die als potenziell minderjährig eingestuft werden, sollen überprüft werden.

Die Videoplattform TikTok plant, in den kommenden Wochen eine Technologie zur Alterserkennung für europäische Nutzer einzuführen. Das System soll helfen, Konten von Kindern unter 13 Jahren besser zu identifizieren. Dazu analysiert die Software Profilinformationen, veröffentlichte Videos und Verhaltensmuster. Konten, die als potenziell minderjährig eingestuft werden, sollen von speziell geschulten Moderatoren überprüft werden, eine automatische Sperrung ist nicht vorgesehen.

Pilotprojekt und EU-Datenschutz

Die Technologie wurde in einem einjährigen Pilotprojekt getestet und in Zusammenarbeit mit der irischen Datenschutzkommission entwickelt, die als federführende EU-Aufsichtsbehörde für TikTok fungiert. Ziel ist die Einhaltung der europäischen Datenschutzvorgaben. Nutzer sollen beim Start der Technologie informiert werden.

Druck von Behörden

Europäische Behörden prüfen verstärkt, wie Plattformen die Altersüberprüfung handhaben. Es bestehen Bedenken, dass aktuelle Verfahren entweder zu wenig wirksam sind oder zu stark in die Privatsphäre eingreifen. Das Europäische Parlament fordert bereits seit längerem verbindliche Altersgrenzen für soziale Medien. Auch außerhalb Europas werden Alterskontrollen verschärft. In Australien wurden seit einem neuen Verbot für Nutzer unter 16 Jahren im Dezember bereits 4,7 Millionen Konten deaktiviert. Plattformen drohen bei Verstößen hohe Geldstrafen.

Ähnliche Schutzmaßnahmen

Auch andere Anbieter sozialer Plattformen haben vergleichbare Alterskontrollen eingeführt. So verlangt etwa Roblox seit Kurzem eine Altersüberprüfung, bevor Nutzer bestimmte Funktionen wie den Chat nutzen können. Die Plattform setzt dabei unter anderem auf Gesichtserkennung oder Identitätsnachweise, um Altersgruppen einzuordnen und die Interaktion zwischen Kindern und Erwachsenen einzuschränken. Ziel ist es, die Sicherheit von Minderjährigen zu erhöhen und den Zugang zu altersgerechten Inhalten zu steuern.

(APA/red)

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