Apple bündelt Pro-Apps in neuem Kreativ-Abo
Ein neues Abo mit Kreativ-Apps startet ab 28. Jänner in Österreich und macht damit Adobe Konkurrenz.
Apple bringt erstmals ein klar strukturiertes Kreativ-Abo nach Österreich. Ab 28. Jänner steht das neue Angebot auch hierzulande zur Verfügung und bündelt mehrere professionelle Anwendungen zu einem monatlichen Paket. Der Preis liegt bei rund 29 Euro, die Zielgruppe: Kreative, Agenturen, Redaktionen und Unternehmens-Content-Units, die regelmäßig digitalen Content produzieren.
Welche Anwendungen enthalten sind
Das Apple-Abo umfasst eine Reihe etablierter Programme, die unterschiedliche Produktionsbereiche abdecken. Im Mittelpunkt stehen mit Final Cut Pro und Logic Pro zwei Werkzeuge für Video- und Audioproduktion, die seit Jahren in professionellen Umgebungen eingesetzt werden. Ergänzt werden sie durch Motion für Animationen und Effekte sowie Compressor für Encoding und Distribution.
Hinzu kommt Pixelmator Pro, eine leistungsfähige Bildbearbeitung mit KI-Funktionen, die insbesondere für digitale Publikationen, Social-Media-Assets und Corporate Content konzipiert ist. Abgerundet wird das Paket durch Pages, Keynote und Numbers, die einfache Layout-, Präsentations- und Publishing-Aufgaben ermöglichen. Mit MainStage ist zudem eine spezialisierte Audio-Anwendung für Live-Einsätze enthalten.
In Summe deckt das Abo den gesamten Weg von der Content-Erstellung bis zur Veröffentlichung ab – mit einem klaren Schwerpunkt auf Bewegtbild und Audio.
Funktionsfokus statt maximaler Tiefe
Apple setzt dabei bewusst auf Funktionsbreite mit begrenzter Tiefe. Die enthaltenen Anwendungen sind leistungsfähig, verzichten jedoch auf jene Spezialfunktionen, die in klassischen Produktions- und Druckumgebungen Standard sind. Komplexe Layout-Logiken, industrielle Druckvorstufe oder tiefgehende Farbmanagement-Workflows sind nicht Teil des Angebots.
Diese Einschränkung ist Teil der Konzeption. Das Abo richtet sich weniger an Druckereien oder Printdesign-Studios, sondern an Anwender, die Inhalte primär bewegt produzieren und online publizieren. Für Social Media, Videoformate, Präsentationen, Podcasts oder Corporate Publishing sind die Werkzeuge in vielen Fällen ausreichend dimensioniert.
Ein günstiger Einstieg für Freelancer
Mit einem monatlichen Preis von rund 29 Euro positioniert Apple das Abo bewusst niedrig. Für kleinere Agenturen, Projektteams oder Einzelanwender entsteht damit ein kalkulierbarer Einstieg in professionelle Produktionssoftware – ohne hohe Einmalkosten oder langfristige Bindung.
Die enge Verzahnung mit macOS und Apple-Hardware sorgt zudem für performante Workflows, insbesondere auf Geräten mit Apple-Silicon-Prozessoren. Das Abo entfaltet seine Stärke dort, wo mehrere Medienformate parallel produziert werden.
Eine Alternative zu Adobe
Hier drängt sich der Vergleich mit der Creative Cloud von Adobe auf. Apple bietet keine vollumfängliche Creative-Suite, sondern eine fokussierte Produktionsumgebung. Die Werkzeuge sind weniger mächtig, weniger tief und weniger spezialisiert – dafür integriert, übersichtlich und auf digitale Ausspielung ausgerichtet.
Für viele Anwender im Agentur- und Kommunikationsbereich dürfte das ausreichen. Wer jedoch komplexe Layouts erstellt, für den Druck produziert oder auf Branchenstandards angewiesen ist, wird weiterhin bei Adobe bleiben.
Apple adressiert mit seinem neuen Abo nicht die Spitzenanwender im Desktop-Publishing, sondern die breite professionelle Mitte, die unbedingt Final Cut Pro benötigt und nun auch ein paar Extras mehr erhält, die das Adobe-Abo für viele kleinere Anwender obsolet machen könnten.
(red)