X macht KI-Bilderstellung kostenpflichtig
Nach Skandalen um sexualisierte Deepfake-Bilder von Kindern reagiert X und macht die KI Grok nun nur noch zahlenden Nutzern zugänglich.
Nutzer der Online-Plattform X können aktuell keine Bilder mehr mit der KI Grok erstellen oder bearbeiten, wenn sie kein kostenpflichtiges Abo besitzen. Auf Anfragen zur Bilderzeugung reagiert Grok inzwischen mit der Mitteilung: „Die Bilderzeugung und Bearbeitung ist derzeit auf zahlende Abonnenten beschränkt.“ Anschließend wird ein Link angeboten, um ein entsprechendes Abo abzuschließen. Laut der britischen Zeitung The Guardian ist diese Funktion damit den meisten X-Nutzern nicht mehr zugänglich.
Kritik an Grok wegen sexualisierter Inhalte
Die Einschränkung kommt, nachdem die Plattform in den vergangenen Tagen massiv in die Kritik geraten war. Nutzer hatten den KI-Chatbot bisher dazu aufgefordert, freizügige Bilder von Menschen zu generieren – darunter auch von Kindern. Auf der Plattform finden sich zahlreiche Beispiele, bei denen die KI dazu aufgefordert wird, normale Bilder zu sexualisieren. Berichten zufolge kommt Grok diesen Aufforderungen oft nach. Bereits an Silvester entschuldigte sich Grok dafür, ein Bild von zwei Mädchen im Teenager-Alter „in sexualisierten Outfits“ erstellt zu haben. „Es handelte sich um ein Versagen unserer Sicherheitsvorkehrungen, und ich entschuldige mich für alle dadurch entstandenen Schäden“, schrieb die KI auf X. Bereits im Sommer hatte Grok mit Lobpreisungen für Adolf Hitler für Empörung gesorgt.
Aufbewahrung von Dokumenten
Auch die EU reagierte auf die Entwicklungen rund um Grok. Am gestrigen Donnerstag kündigte die Europäische Kommission an, einen nächsten Schritt in den laufenden Ermittlungen gegen das Unternehmen von Elon Musk zu gehen. Ein Sprecher teilte mit, dass X aufgefordert worden sei, interne Dokumente zu Grok nicht zu vernichten, sondern bis Ende des Jahres aufzubewahren. Grund seien Zweifel, ob sich die Plattform an europäische Digitalgesetze halte. Auch in Großbritannien äußerten Politiker und Aufsichtsbehörden starke Bedenken. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Deepfake-Bilder von Kindern als „widerlich“. Die britische Medienaufsichtsbehörde Ofcom forderte X am Montag zu einer dringenden Stellungnahme auf. Die Kontroversen rund um Grok werfen erneut die Frage auf, wie Plattformen mit KI-generierten Inhalten umgehen sollten – insbesondere wenn es um sensible oder missbräuchliche Darstellungen geht.
(APA/red)