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Russische Propaganda trotz Verbots auf YouTube

Pro Jahr erscheinen etwa 50 russische Propaganda-Dokumentationen auf Video-Plattform
©unsplash

Die auf die Aufdeckung von Fake News spezialisierte Plattform “NewsGuard” hat am Mittwoch einen Bericht veröffentlicht, wonach sich russische Propaganda trotz eines entsprechenden Verbots auf der Video-Plattform YouTube verbreitet. Im MĂ€rz 2022 hatte YouTube staatlich finanzierte russische Medien weltweit von seiner Plattform verbannt und alle KanĂ€le des Staatssenders Russia Today (RT) gesperrt.

Trotzdem hat “NewsGuard” ĂŒber 250 Uploads von RT-Videos ĂŒber den Krieg in der Ukraine auf mehr als 100 YouTube-KanĂ€len entdeckt. Zusammen seien diese BeitrĂ€ge mehr als eine halbe Million Mal angesehen worden. Etwa 200 Uploads von RT-Filmen zeigten deutlich das Logo des russischen Staatssenders. Bei 50 Videos seien alle Hinweise auf die Verbindung zu RT entfernt worden, vermutlich um zu verhindern, dass sie von YouTube entdeckt werden, schreibt die seit 2022 auch in Österreich tĂ€tige Plattform.

In den Filmen seien schockierende Bilder verwendet worden, um pro-russische Falschbehauptungen ĂŒber den Krieg zu unterstĂŒtzen. In mehreren Dokumentarfilmen wĂŒrden bekannte Propaganda-ErzĂ€hlungen des Kremls verbreitet, z. B. dass die Sanktionen gegen Russland auf die “Russophobie” des Westens zurĂŒckzufĂŒhren seien und dass die Strafmaßnahmen kaum Auswirkungen auf Russland und zerstörerische Folgen fĂŒr die europĂ€ischen Volkswirtschaften hĂ€tten. In einem Video sei etwa die Falschbehauptung wiederholt worden, die Ukraine sei systematisch gegen ethnische Russen in der Ostukraine vorgegangen. Das Video stelle zudem Aufnahmen aus dem Nazi-Deutschland der 1940er Jahre und Szenen aus der heutigen Ukraine nebeneinander.

Auf die Bitte um Stellungnahme habe YouTube die Erkenntnisse von “NewsGuard” nicht bestritten. Seit dem Beginn des verheerenden Krieges in der Ukraine seien ĂŒber “9.000 KanĂ€le und mehr als 85.000 Videos mit Bezug zum Krieg entfernt” worden, “weil sie gegen unsere Richtlinien verstoßen haben. Außerdem haben wir weltweit YouTube-KanĂ€le gesperrt, die mit staatlich finanzierten russischen Nachrichtensendern in Verbindung stehen. Mehr als 800 KanĂ€le und ĂŒber 4 Millionen Videos wurden daraufhin gesperrt”, hieß es seitens eines YouTube-Sprechers.

Die Chefredakteurin von RT, Margarita Simonyan, hatte offen darĂŒber gesprochen, wie der Sender KanĂ€le ohne Branding nutzt, um das Verbot von YouTube zu umgehen, schreibt “NewsGuard”. Im April 2022 sagte sie dem staatlichen russischen Fernsehsender Rossija-1: “Ohne unsere Marke zu verwenden, eröffnen wir einen Kanal auf YouTube, der innerhalb weniger Tage Millionen von Aufrufe erhĂ€lt. Nach drei Tagen finden die Geheimdienste [von YouTube] es heraus […] und schließen ihn.”

Auf eine Anfrage, ob RT selbst hinter den verschiedenen Accounts stĂŒnde, die diese Filme verbreiten, habe RT nicht geantwortet. Man sei aber nicht in der Lage herauszufinden, ob RT selbst hinter den verschiedenen Accounts stecke, die diese Videos verbreiten, schreibt “NewsGuard”. Dennoch zeigten die Ergebnisse der Recherche, dass russische Propaganda trotz des Verbots auf Youtube gedeihe.

APA/Red.

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