Dschungelcamp setzt auf Neustart und Reibung

Mit neuen Prüfungen und einer spannenden Personalie startet RTL am Freitag, 23. Jänner 2026, in die 19. Staffel.

15.01.2026 15:30
Redaktion
© RTL
Dschungelstar-Check mit Jan Köppen

Wenn ein Unterhaltungsformat nach fast zwei Jahrzehnten von „90 Prozent neu“ spricht, ist das zunächst ein PR-Signal. Und doch markiert der Start der neuen Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! einen bewussten Versuch, dem Ritual frische Reize zu geben. Unterhaltungschef Markus Küttner kündigt neue Prüfungen, eine „größere Änderung“ gleich in der ersten Show und nur wenige Rückgriffe auf bekannte Klassiker wie den „Creek der Sterne“ an.

Der Starttermin ist fix: Freitag, 23. Jänner 2026, 20.15 Uhr. Gedreht wird wieder in Australien, das Regelwerk bleibt im Kern unverändert: Sterne sichern Essen, Prüfungen testen Ekel- und Belastungsgrenzen, Konflikte entstehen aus Nähe, Mangel und öffentlicher Beobachtung. Neu ist vor allem der Anspruch, Überraschung wieder herzustellen – und damit Aufmerksamkeit.

Neue Prüfungen, alte Mechanik

Dass Formate wie das Dschungelcamp regelmäßig Erneuerung beschwören, gehört zur Dramaturgie. Interessant ist weniger die Zahl der neuen Prüfungen als die Frage, ob sie erzählerisch etwas verschieben. Küttner deutet an, dass bereits die Auftaktfolge eine strukturelle Zäsur enthalten soll. Was genau dahintersteckt, bleibt offen – eine Strategie, die Spannung erzeugt, aber auch Erwartungen hochzieht.

Die Kandidatenliste folgt dem bewährten Mix aus Prominenz, Bekanntheit und Bruchlinien: Ex-Spielerfrau Simone Ballack, Schauspielerin Mirja du Mont, Reality-Darstellerin Samira Yavuz – und Musiker Gil Ofarim. Letzterer sorgt schon vor dem Einzug für Debatten.

Die Personalie Gil Ofarim

Ofarims Teilnahme ist mehr als Casting-Routine. Der Sänger hatte 2021 öffentlich Antisemitismus-Vorwürfe gegen einen Hotelmitarbeiter erhoben und später vor Gericht eingeräumt, diese erfunden zu haben. In sozialen Netzwerken fordern Nutzer nun seinen Ausschluss aus der Show. RTL hält dagegen – und argumentiert mit der Trennung von Biografie und Format.

Dschungelstar Gil Ofarim (43) | © RTL

Küttner verweist darauf, dass Ofarim bereits vor rund zehn Jahren erstmals angefragt worden sei. Der Musiker sei „mehr als die Schlagzeilen der letzten Jahre“ und eine „spannende Persönlichkeit“. Damit macht der Sender deutlich, dass er den öffentlichen Konflikt nicht umgeht, sondern als Teil der Erzählung akzeptiert.

Ofarim selbst beschreibt seine Teilnahme als Mischung aus Herausforderung, Neuanfang und Selbstprüfung. In Interviews betont er, dass das Format kaum Raum für eine durchgehaltene Fassade lasse: Wer 24 Stunden am Tag beobachtet werde, könne sich nicht dauerhaft verstellen. Entscheidend sei, dass sich das Publikum selbst ein Bild mache.

Ich war ein Star – Holt mich zurück!

RTL will wissen, ob das Format noch Reibung erzeugen kann – durch neue Prüfungen ebenso wie durch Personalentscheidungen, die Diskussionen auslösen. Das Versprechen lautet Erneuerung, das Prinzip bleibt vertraut: Menschen aus ihrem gewohnten Status zu lösen, sie unter Extrembedingungen zu verorten, zu beobachten, zu prüfen – und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Platz in der öffentlichen Wahrnehmung neu zu bestimmen.

Ob die angekündigte Überraschung in der ersten Sendung tatsächlich einen Bruch markiert oder nur ein dramaturgisches Detail bleibt, wird sich schnell zeigen. Sicher ist nur: Das Dschungelcamp setzt weiterhin darauf, dass Aufmerksamkeit dort entsteht, wo Unterhaltung und gesellschaftliche Debatte aufeinanderprallen.

(red)

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