KommAustria beanstandet ORF-Sendung zu Gaza
In einer ORF-Sendung über Gaza hat die Medienbehörde Mängel festgestellt, der Bescheid ist derzeit nicht endgültig.
Die österreichische Medienbehörde KommAustria hat in einem nicht rechtskräftigen Bescheid erhebliche Fehler in einem ORF‑Fernsehbeitrag über den Gaza‑Krieg festgestellt. Die Behörde bemängelt dabei Aspekte der Darstellung, Übersetzung und Auswahl von Protagonisten. Der öffentlich‑rechtliche Sender widerspricht der Einschätzung und hat gegen den Bescheid Beschwerde eingelegt.
Hintergrund der Beanstandung
Untersucht wurde eine ORF 2-Sendung des Formats „Weltjournal“ aus September 2024 mit dem Titel „Gaza Krieg – Hölle auf Erden“. Die Sendung zeigte die zivile Lage im Gazastreifen im Kontext des Konflikts zwischen Israel und der Hamas. Die Medienbehörde bemängelt, dass ein „verzerrter Eindruck“ entstanden sei. Kritisiert wurde vor allem, dass nicht erwähnt wurde, dass eine der zentral auftretenden Protagonistinnen öffentlich Sympathien für die Hamas geäußert hatte. Außerdem seien bestimmte Vorfälle, wie der angebliche Beschuss eines Flüchtlingskonvois, ohne eindeutige Quellen dargestellt worden.
Übersetzung und Perspektiven
„Yahud“ („Juden“) wurde im Beitrag als „Israeli“ wiedergegeben. Die Behörde sieht darin einen sachlich falschen Eindruck. Zudem wurden nach Ansicht der Behörde nicht alle relevanten Perspektiven, etwa die der israelischen Seite, berücksichtigt. Die Behörde fordert eine öffentliche Richtigstellung im gleichen Sendeformat.
Reaktionen und weitere Schritte
Der ORF hat die monierten Punkte im laufenden Verfahren zurückgewiesen und Beschwerde eingelegt. Eine weiterführende rechtliche Klärung vor dem Bundesverwaltungsgericht zeichnet sich ab, da auch Beschwerdeführerseite Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt hat. Zu den Beschwerdeführern zählt unter anderem die Israelitische Kultusgemeinde Wien, deren Vertreter im Verfahren darauf hinweist, dass der Beitrag einen „verzerrten“ Eindruck vermittelt habe. Gleichzeitig wird seitens der Beschwerdeführer eine frühere und offenere Fehlerkommunikation des Senders als mögliches Mittel zur Konfliktvermeidung genannt.
(red)