Das große B im neuen Auftritt von BIPA
BIPA erneuert seinen Markenauftritt am Point of Sale und etabliert ein neues zentrales Gestaltungselement.
Der Drogeriemarkt BIPA hat einen neuen Markenauftritt vorgestellt. Anders als es der Begriff „Neuanfang“ nahelegen könnte, bleibt das bestehende Logo dabei unverändert. Die Anpassung erfolgt nicht auf Ebene des Markenzeichens selbst, sondern in dessen gestalterischer und räumlicher Verwendung – insbesondere an zentralen Kontaktpunkten wie Filialen und Schaufenstern.
Ein Zeichen mit neuer Funktion
Im Mittelpunkt des neuen Corporate Designs steht der Buchstabe „B“, der als eigenständiges Key-Visual eingesetzt wird. Dieses „B“ ist breiter und ruhiger proportioniert als das Logo-Zeichen und wird vor allem als großformatiges Rahmenelement genutzt. Besonders sichtbar ist diese Anwendung an ausgewählten Filialstandorten, wo der Store-Eingang von einem pinken B umfasst wird.
Das Zeichen übernimmt damit eine neue Funktion. Es dient nicht primär der Identifikation im klassischen Sinn, sondern der räumlichen Markierung. Der Eintritt in die Filiale wird visuell als Übergang in eine klar definierte Markenwelt inszeniert. Das B fungiert dabei als formaler Rahmen, der Raum, Bewegung und visuelle Inhalte zusammenfasst.
Ordnung statt Bruch
Das neue Corporate Design wurde von BBDO Wien entwickelt. Auffällig ist, dass das großformatige B an den Filialeingängen nicht der Logotypografie folgt. Während das B im Logo durch eine innere Öffnung strukturiert ist, erscheint das B im neuen Corporate Design geschlossen und flächig.
Diese Entscheidung ist gestalterisch bemerkenswert. Eine direkte Übertragung der Logoform – also ein „durchbrochenes“ B auch im architektonischen Einsatz – wäre möglich gewesen. Stattdessen setzt BIPA bewusst auf ein eigenständiges Zeichen, das sich vom Logo löst und als autonomes Gestaltungselement funktioniert. Das B wird damit weniger als Buchstabe denn als formales Ordnungsprinzip verstanden.
Kampagne ohne Überhöhung
Begleitet wird der neue Auftritt von einer Kampagne der Leadagentur AANDRS, die unter dem Claim „Alles beginnt mit einem großen B“ steht. Inhaltlich setzt die Kommunikation auf alltagsnahe Motive und Situationen. Große Begriffe wie Nähe, Ordnung oder Wohlfühlen werden nicht überhöht, sondern bewusst in alltäglichen Kontexten verankert.
Die Kampagne verzichtet damit auf programmatische Zuspitzung oder gesellschaftspolitische Aufladung. Stattdessen positioniert sich BIPA als pragmatischer Begleiter im Alltag seiner Kundinnen und Kunden – eine Haltung, die sich auch in der zurückhaltenden Tonalität widerspiegelt.
Lesart der Macher
Diese Ausrichtung ausdrücklich bestätigt. BIPA-Geschäftsführer Markus Geyer spricht von einem Fokus auf Klarheit, Konsistenz und Sichtbarkeit sowie von einem Markenauftritt, der „in Österreich und international verständlich“ sein soll. Das neue Design wird damit weniger als kreative Neuerfindung denn als Präzisierung bestehender Markenwerte kommuniziert.
Auch Jana David-Wiedemann, CEO von BBDO Wien, beschreibt das neue Corporate Design als gereiften Auftritt, der in präzise Gestaltungsregeln übersetzt wurde, um sowohl im Alltag als auch in Kampagnen tragfähig zu sein. Das B wird in dieser Lesart zum stabilen, wiederholbaren Element eines langfristig angelegten Systems.
Aus Sicht der Kampagne betont Arno Reisenbüchler den Anspruch, Nähe und Alltagstauglichkeit zu kommunizieren. Das große B steht hier weniger für formale Innovation als für Anschlussfähigkeit: an unterschiedliche Lebenssituationen, Nutzungsmomente und Zielgruppen.
Zusammengenommen ergibt sich das Bild eines Markenupdates, das auf strukturelle Ordnung und Wiedererkennbarkeit zielt. Das große B ist dabei weniger Symbol eines Neuanfangs als Ausdruck eines Gestaltungswillen.
(PA/red)
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