BBC beantragt Abweisung von Trumps Klage

Im Streit um einen Zusammenschnitt von Trumps Rede vom 6. Jänner 2021 bestreitet die BBC böswillige Absicht und die Zuständigkeit des Gerichts in Florida.

13.01.2026 12:32
red04
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Der Sender betonte, dass er nicht die Absicht gehabt habe, Trump in einem falschen Licht darzustellen.

Die britische Rundfunkanstalt BBC hat vor einem US-Bundesgericht einen Antrag gestellt, die von US-Präsident Donald Trump eingereichte Klage über 10 Milliarden US-Dollar abzuweisen. Die Klage war im Dezember 2025 im Southern District Court in Florida eingereicht worden und wirft der BBC vor, in einer Dokumentation der Sendereihe Panorama irreführende und diffamierende Inhalte über Trump verbreitet zu haben.

Streit um Panorama-Sendung

Im Zentrum des Rechtsstreits steht eine Sendung, die kurz vor der US-Präsidentschaftswahl 2024 ausgestrahlt wurde. Sie enthielt Ausschnitte aus einer Rede Trumps vom 6. Jänner 2021, die so zusammengeschnitten worden waren, dass der Eindruck entstand, Trump habe seine Anhänger zu Gewalt beim Sturm auf das US-Kapitol angestachelt. Trump argumentiert, dass diese Darstellung seinen Ruf erheblich geschädigt habe. Die Klageschrift fordert Schadensersatz in Höhe von insgesamt 10 Milliarden Dollar. Die BBC hat den redaktionellen Fehler anerkannt und sich öffentlich entschuldigt. Zugleich betonte der Sender, dass die Sendung nicht die Absicht gehabt habe, Trump in einem falschen Licht darzustellen. Im Zuge der Kontroverse traten Teile der Führungsebene, darunter der damalige Generaldirektor und die Nachrichtenchefin, zurück.

Rechtliche Argumente der BBC

Mit ihrem Antrag auf Abweisung der Klage führt die BBC mehrere juristische Argumente an. So bestreitet der Sender die Zuständigkeit des Gerichts in Florida, da die Sendung dort weder produziert noch ausgestrahlt worden sei. Außerdem müsse Trump als Person des öffentlichen Lebens nach US-Recht „böswillige Absicht“ („actual malice“) nachweisen, was nach Ansicht der BBC nicht geschehen sei. Zusätzlich seien konkrete Schäden nicht ausreichend dargelegt worden. Bis über den Antrag auf Klageabweisung entschieden ist, soll die sogenannte Discovery-Phase – der formelle Austausch von Beweisen – ausgesetzt werden, um unnötige Kosten und Aufwand zu vermeiden.

Möglicher Verlauf des Verfahrens

Sollte das Gericht den Antrag der BBC ablehnen, könnte sich das Verfahren über Jahre hinziehen. Der Fall hat nicht nur juristische, sondern auch politische Bedeutung, da er in eine Phase anhaltender Spannungen zwischen Trump und großen Medienorganisationen fällt und Fragen zur Pressefreiheit, redaktioneller Verantwortung und den Grenzen der Berichterstattung aufwirft. Die Entscheidung über die Abweisung der Klage wird daher sowohl in den USA als auch international mit großem Interesse verfolgt, da sie weitreichende Folgen für die Medienlandschaft und den Umgang mit prominenten Persönlichkeiten haben könnte.

(red)

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