Medienförderungsreform: Empfehlungen vorgestellt
Die Reform der Medienförderung soll künftig auf klaren Qualitätskriterien, Transparenz und unabhängigen Entscheidungen basieren.

Im Zuge der geplanten Reform der Medienförderung hat Medienminister Andreas Babler (SPÖ) im November eine wissenschaftliche Analyse in Auftrag gegeben. Ziel war es, Vorschläge für eine Neuausrichtung der Förderpraxis zu erarbeiten. Nun liegen die ersten Empfehlungen vor.
Neue Kommission für die Mittelvergabe
Ein zentraler Vorschlag ist die Einrichtung einer dauerhaften Kommission, die Fördermittel künftig nach klaren Qualitätsstandards vergeben soll. Laut Ministerium soll die Kommission aus unabhängigen Experten mit unterschiedlichen medien- und journalistischen Fachkompetenzen bestehen und frei von politischem Einfluss arbeiten. Bisher übernimmt die unabhängige Medienbehörde KommAustria beziehungsweise deren Geschäftsstelle RTR die Vergabe der Fördermittel in Höhe von über 80 Millionen Euro. Babler hatte die Studie damals unter Federführung des Medienhauses Wien in Auftrag gegeben, weil die aktuelle Förderung nicht ausreichend zielgerichtet sei.
Qualität und Ethik als Grundlage
Die Empfehlungen sehen vor, die Förderwürdigkeit künftig anhand klarer Qualitätskriterien zu prüfen. Dazu gehören unter anderem Unabhängigkeit, Professionalität, gesellschaftliche Relevanz und verantwortungsvolles Handeln. Ein besonderes Augenmerk soll auf die Einhaltung ethischer Grundsätze gelegt werden, die als verbindliche Voraussetzung für Förderungen gelten sollen. Zentral für die Qualitätskontrolle ist laut Studie die Selbstregulierung des Journalismus, etwa durch den Presserat.
Transparenz und Unabhängigkeit im Fokus
„Die nun vorliegenden vorläufigen Empfehlungen zeigen, wie Medienförderung künftig Journalismus stärker unterstützen kann – mit klar definierten Qualitätskriterien, transparenten Verfahren und unabhängigen Entscheidungen“, heißt es in der heutigen Aussendung von Babler. Die vollständige Analyse soll Anfang April vorliegen.
(APA/red)