ProSiebenSat.1 verfehlt erneut Gewinnziel
Das deutsche Medienhaus ProSiebenSat.1 verpasste 2025 erneut deutlich die Erwartungen beim Gewinn, konnte aber seine Liquidität sichern.
Der angeschlagene deutsche TV-Konzern ProSiebenSat.1 steht weiterhin unter finanziellem Druck: Im abgelaufenen Jahr hat das Medienunternehmen erneut sein mehrfach gesenktes Gewinnziel verfehlt. Nach vorläufigen Berechnungen wird das bereinigte EBITDA bei rund 405 Millionen Euro liegen. Dies bedeutet, dass der Wert unter der zuletzt im November kommunizierten Zielspanne von 420 bis 450 Millionen Euro liegt. Als Hauptursache für das enttäuschende Ergebnis nannte der Konzern das schwache TV-Werbegeschäft, das nach wie vor unter strukturellen Veränderungen im Markt leidet.
Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2025
Für das Jahr 2025 meldet ProSiebenSat.1 einen Konzernumsatz von 3,68 Milliarden Euro, nach 3,92 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit liegt der Umsatz zwar innerhalb der vom Unternehmen zuvor definierten Zielbandbreite, zeigt jedoch einen Rückgang von rund 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die veröffentlichten Zahlen beruhen auf vorläufigen und noch ungeprüften Angaben, wie ProSiebenSat.1 betont. Das Unternehmen hebt hervor, dass die Umsatzentwicklung vor allem im Kontext des TV-Werbegeschäfts zu sehen ist.
Finanzlage verbessert
Trotz der unter den Erwartungen liegenden EBITDA-Zahlen konnte ProSiebenSat.1 seine Finanzlage stabilisieren. Die Netto-Finanzverschuldung sank auf rund 1,34 Milliarden Euro, nach 1,51 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit zeigt sich, dass der Konzern trotz rückläufiger Gewinne in der Lage war, seine Schuldenlast zu reduzieren und die Liquidität zu sichern. ProSiebenSat.1 ist mehrheitlich im Besitz des italienischen Medienkonzerns MFE (MediaForEurope). Die vorläufigen Zahlen wurden im Rahmen der regelmäßigen Finanzberichterstattung veröffentlicht und geben einen ersten Überblick über die finanzielle Entwicklung des Konzerns im Jahr 2025.
Gemischte Bilanz
Insgesamt zeigt sich für ProSiebenSat.1 im Geschäftsjahr 2025 ein gemischtes Bild: Das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibung von beweglichen Gegenständen und Gebäuden und Abschreibung auf immaterielle Wirtschaftsgüter) liegt unter den Erwartungen, während der Umsatz innerhalb der Zielbandbreite bleibt. Gleichzeitig konnte der Konzern seine Netto-Finanzverschuldung reduzieren. Für Beobachter bleibt spannend, wie ProSiebenSat.1 die kommenden Monate nutzen wird, um wieder zu einem stärkeren Wachstum zurückzufinden.
(PA/red)
