Skip to content

Pressefreiheit in Hongkong am Tiefpunkt

Hong Kong Journalists Association zeigt sich alarmiert von anhaltendem Negativtrend
©unsplash

Der Index der Pressefreiheit in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong hat einen neuen Allzeit-Tiefstand erreicht. Der √∂rtliche Journalistenverband klagt, die st√§ndigen Angriffe der Regierung auf Journalisten w√ľrden zeigen, dass Hongkong keinen Platz mehr f√ľr kritische Stimmen habe. Der Index wird seit 2013 von der Hong Kong Journalists Association erhoben. Zuletzt ist er vier Jahre in Folge gesunken, von 40,9 Punkten im Jahr 2018 auf 25,7 im Jahr 2022. Allerdings hat sich der R√ľckgang im Vergleich zum starken Abschwung im Vorjahr verlangsamt.

Seit 2019 geht’s bergab

91 Prozent der Journalisten und 46 Prozent der √Ėffentlichkeit sind der Meinung, dass sich die Pressefreiheit im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert hat. Allerdings stieg die Zahl der Befragten, die der Meinung sind, die Situation sei im Vergleich zu 2021 unver√§ndert, deutlich an. Das f√ľhrte zu einem langsameren Abw√§rtstrend des Index. Hongkongs journalistisches Umfeld hat sich seit 2019 dramatisch verschlechtert. Top-Manager und Redakteure der Zeitung “Apple Daily” und des Online-Mediums “Stand News” wurden nach dem Nationalen Sicherheitsgesetz von Hongkong oder wegen Volksverhetzung angeklagt. Die beiden Medienunternehmen stellten 2021 ihre T√§tigkeit ein.

Der erfahrene Journalist und ehemalige Kommentator von “Stand News”, Allan Au Ka-lun, wurde im April wegen des Verdachts der Verschw√∂rung zur Ver√∂ffentlichung von aufr√ľhrerischem Material verhaftet. Die investigative Nachrichtenagentur “Factwire” stellte ihre T√§tigkeit im Juni ein, gefolgt von der Verhaftung des Vorsitzenden der HKJA, Ronson Chan, im September. Er wurde wegen Behinderung der Polizei angeklagt.

Polit-Satire unter Druck

Im Oktober warnte die Hongkonger Polizei die Zeitung “Ming Pao” davor, dass Zun Zi, der 40 Jahre lang politischer Karikaturist der Zeitung war, vor einer Verurteilung stehe. Er sei bei sechs √∂ffentlichen Anl√§ssen von Regierungsvertretern kritisiert worden. Unter diesem Druck beendete das Blatt die satirische Comic-Kolumne im Mai dieses Jahres.

Die Behinderung des Informationsflusses und die Beeintr√§chtigung der Pressefreiheit w√ľrden sich auch nachteilig auf das Gesch√§ftsumfeld der Stadt auswirken, warnt die HKJA. Hongkong k√∂nne seinen Platz als internationales Finanzzentrum in Asien nur behalten, wenn seine Pressefreiheit gesch√ľtzt werde.

PTE/Red.

Gefällt Ihnen der Beitrag?
Facebook
Twitter
LinkedIn
Telegram
WhatsApp
Email
Cookie-Einwilligung mit Real Cookie Banner