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Parkinson: Handys und Watches für Diagnose

Wissenschaftler erhalten durch Nutzungsdaten deutlich tieferen Einblick 
©pixabay

Im Handel erhältliche Smartphones und Watches wie die Apple Watch können Schlüsselmerkmale einer frühen, nicht behandelten Erkrankung an Parkinson erkennen, wie eine Studie unter der Leitung der Neurologin Jamie Adams vom University of Rochester Medical Center zeigt. Diese Technologien könnten Medizinern objektivere und andauernde Möglichkeiten zur Erforschung dieser Krankheit liefern. Zusätzlich könnten neue Therapien rascher auf den Markt kommen. Das gilt vor allem für Patienten in frühen Stadien der Erkrankung.

Komplexe Erkrankung

Obwohl Parkinson weltweit die am raschesten zunehmende Erkrankung des Gehirns ist, stammen die meisten Medikamente zur Behandlung noch aus dem vergangenen Jahrhundert. Dafür ist eine ganze Reihe von Faktoren verantwortlich. Die Komplexität der Erkrankung und die Einschränkungen der derzeit möglichen Maßnahmen haben sich als Hürden für neue Behandlungsansätze erwiesen.

Das Auftreten und die Schwere der Symptome sowie das Fortschreiten können sich individuell zudem sehr stark unterscheiden. Auch handelt es sich bei dem Instrumentarium, das traditionell zur Verfolgung der Krankheit eingesetzt wird, um subjektive und episodische Beobachtungen. Damit besteht nur ein eingeschränkter Einblick, wie eine Parkinson-Erkrankung sich auf den Alltag der Betroffenen auswirkt.

Bereits 2015 entwickelte der URMC-Neurologe Ray Dorsey gemeinsam mit dem CHeT-Team “Sage Bionetworks”. In der Folge nutzten rund 15.000 Personen bei Apple die App “mPower”. Studien haben mittlerweile ergeben, dass mPower und eine weitere Android-App bei Parkinson die Schwere der Symptome genau beurteilen können. Dorsey ist jetzt auch der Seniorautor der aktuellen Studie.

Studie mit 82 Personen

Im Rahmen der “WATCH-PD”-Studie haben die Forscher 82 Personen mit einer frühen, nicht behandelten Erkrankung und 50 in Bezug auf das Alter entsprechende gesunde Kontrollen rekrutiert. Diese Teilnehmer wurden zwölf Monate lang begleitet. Die Freiwilligen trugen dabei Sensoren mit Forschungsqualität, eine Apple Watch und hatten bei standardisierten Überprüfungen im Krankenhaus auch ein iPhone dabei.

Zuhause trugen sie Smartwatch nach jedem Krankenhausbesuch sieben Tage lang und absolvierten in der Folge damit eine ganze Reihe von Aufgaben. Sie umfassten die Motorik, das Sprechen und die Kognition. Die App verfolgte die Geschwindigkeit der Finger auf dem Display, das Abschneiden bei kognitiven Aufgaben und bei der Sprache. Die Smartwatch erfasste Armbewegungen, Dauer des Zitterns und die Charakteristika beim Gehen.

Die Forscher konnten im motorischen Bereich Unterschiede zwischen den Betroffenen und der Kontrollgruppe feststellen. Das Team arbeitet bereits an einer Studie, wo die Teilnehmer länger begleiten werden. Ziel ist es festzustellen, welche digitalen Messverfahren empfindlich genug sind, um die Forscher dabei zu unterstützen herauszufinden, ob ein experimenteller Behandlungsansatz eine aussagefähige Auswirkung auf das Fortschreiten der Krankheit hat. Details wurden in “Npj Parkinson’s Disease” veröffentlicht.

PTE/Red.

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