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Liberale US-Medien blicken skeptischer auf KI

Laut Virginia Polytechnic Institute and State University sind konservative Blätter häufiger offener.
Jernej Furman from Slovenia, CC BY 2.0, via Wikimedia

KI bleibt umstrittenes Tool

Eher liberale Medien in den USA sind Künstlicher Intelligenz (KI) gegenüber skeptischer als eher konservative. Das zeigt eine Untersuchung von Shreyans Goenka von der Virginia Polytechnic Institute and State University und seinem Team. Liberal ausgerichtete Medien glauben, so vermuten die Forscher, dass KI soziale Vorurteile in der Gesellschaft gegenüber Menschen anderer Hautfarbe, anderen Geschlechts oder abweichender Einkommen verstärkt, was konservativ ausgerichteten Medien weniger Sorgen macht.

Als Beispiel nennen die Experten die Reaktion der Medien auf den Fall George Floyd, der starb, weil ein Polizist minutenlang auf seinem Hals kniete. Das veränderte auch die Stimmung der Medien gegenüber KI. „Da Floyds Tod eine landesweite Diskussion über soziale Vorurteile in der Gesellschaft auslöste, verstärkte sein Tod die Besorgnis über soziale Vorurteile in den Medien. Das wiederum führte dazu, dass die Medien KI in ihrem Storytelling noch negativer gegenüberstanden“, so Goenkas Doktorandin Angela Yi.

Laut Goenka und Yi könnten ihre Ergebnisse wichtige Implikationen für künftige politische Diskussionen rund um KI haben. Da die Medienstimmung als Indikator für die öffentliche Meinung gilt, die sich wiederum auf die Haltung der politischen Entscheidungsträger auswirken kann, können die beobachteten parteipolitischen Medienunterschiede zu Unterschieden in der öffentlichen Meinung gegenüber KI führen, sagen die Wissenschaftler.

Um die Stimmung der Medien gegenüber KI zu untersuchen, haben die Forscher über 7.500 Artikel zu KI in mehreren Medien analysiert. Die politische Einstellung dieser Medien ermittelten sie anhand der Bewertungen im Media Bias Rating Chart von AllSides. Sie berücksichtigten liberal ausgerichtete Medien wie die New York Times und die Washington Post sowie eher konservativ ausgerichtete Medien wie das Wall Street Journal und die New York Post. Für die Auswertung nutzten sie Textanalyse-Tools, die die Haltung gegenüber KI in jedem Artikel erfassten.

„Wir erlauben uns kein Urteil darüber, ob liberale oder konservative Medien bei der Einschätzung von KI richtig liegen. Wir zeigen lediglich, dass diese Unterschiede in der Medienstimmung bestehen und dass es wichtig ist, diese Unterschiede zu quantifizieren, zu sehen und zu verstehen“, verdeutlicht Goenka.

pte

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