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Likes befeuern Hassreden

Autoren suchen laut Untersuchung der Cornell University gezielt die Zustimmung Gleichgesinnter

© KI generiert mit DALL·E von OpenAI

Ein Autor, der für seinen negativen Beitrag sehr viele Likes erhält, schreibt als nächstes einen noch hasserfüllteren Post. Das deutet laut einer Studie der Cornell University darauf hin, dass Online-Hass in erster Linie durch „das Streben nach sozialer Anerkennung“ angeheizt wird und nicht durch die Absicht, der oder den Zielpersonen emotionalen Schaden zuzufügen. Julie Jiang, Luca Luceri und Emilio Ferrara haben Beiträge auf X, vormals Twitter, überprüft und analysiert, was geschah, wenn verletzende Nachrichten auf Zustimmung stießen.

Gruppendynamik schürt Feindschaft

„Es scheint, dass die gleiche Dynamik, die Online-Beziehungen äußerst positiv gestalten kann, auch freundschaftliche Gefühle bei denen schürt, die sich online zusammenschließen, um Feindschaft gegenüber Identitätsgruppen und einzelnen Zielen auszudrücken“, kommentiert Joseph B. Walther von der Harvard University, der derzeit Gastwissenschaftler an der Cornell University ist.

Walther behauptet, dass diese Social-Media-Nutzer dazu getrieben werden, hasserfüllte Nachrichten zu schreiben, um Gleichgesinnte zu beeindrucken. Weiße Rassisten und Neonazis würden demnach häufig Codes und Symbole verwenden, die nur untereinander verständlich seien. Das zeige, dass sie Zustimmung innerhalb der Gruppe suchen, anstatt ihre Hassbotschaft an andere außerhalb der Gruppe zu richten. Darüber hinaus hätten sich viele Hassgruppen von beliebten Social-Media-Plattformen abgewandt und seien auf kleinere umgezogen, die die Zielpersonen ihrer Hassreden wahrscheinlich nie sehen, also auch nicht zu Opfern werden.

Hasskriminalität nimmt weiter zu

Während die Meinungen darüber, wie mit Hassreden am besten umgegangen werden kann, geteilt sind, geht ihre Zunahme im Internet mit einem Anstieg der Hasskriminalität in den USA einher. Nach den neuesten Daten des Federal Bureau of Investigation haben die in den USA gemeldeten Hassverbrechen 2021 im Vergleich zum Vorjahr um fast zwölf Prozent zugenommen. Hasskriminalität sind Straftaten, bei denen das Opfer vom Täter vorsätzlich nach der wirklichen oder vermuteten Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe oder einem biologischen Geschlecht ausgesucht wird.

PTE/Red.

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