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Was hat Wolfgang Wildner in knapp zehn Jahren als Chefredakteur der Steirerin (bis 2012 Steirer Monat) nicht alles mitgemacht: Zuerst diverse, von Kurzzeit-Geschäftsführern ausgeheckte, erfolglose Re-Positionierungen des Kauf-Magazins, dann die Umstellung auf ein Gratis-Postwurf-Blatt, die anschließende Rücknahme dieses Irrtums mit Neustart als Zwei-Monats-Kauftitel - und schließlich auch noch die Umbenennung in Steirerin mit nunmehr wieder zehn Ausgaben pro Jahr. Allerdings nicht mehr als Szene- und Promi-Magazin, sondern - nomen est omen - als astreiner Frauentitel. 

Doch nun trennen sich die Wege von Wildner und dem immer wieder krisengeschüttelten steirischen Magazin. Einvernehmlich, wie Geschäftsführer Andreas Eisendle gegenüber ExtraDienst betont. Grund für das Aus dürfte der Kostendruck sein, denn Wildners Position wird nicht nachbesetzt. Wolfgang Schober, bis jetzt stellvertretender CR der Steirerin und Macher des Wirtschafts-Supplements Business Monat, soll künftig beide Redaktionen führen, so Eisendle. Jobbezeichnung? Redaktionsleiter. "Einen formellen Chefredakteur werden wir nicht mehr benötigen", sagt Eisendle. Wildner bestätigt auf Anfrage, "nicht von sich aus gegangen zu sein", betonte aber, dass keine bösen Worte gefallen seien, man habe sich „wie vernünftige Menschen geeinigt“. Der zuletzt als Autor des Buches über Schokolade-Guru Josef Zotter ("Kopfstand mit frischen Fischen") bekannt gewordene, arrivierte Journalist werde sich nun neu aufstellen: "Ideen und Möglichkeiten gibt es genug."

Magazin-Verbund

Die Steirerin und der Kärntner Monat (vormals beide Styria) sind seit Ende 2011 Teile eines regionalen Magazin-Verbundes, der zu 74,9 Prozent der Moser Holding und zu 25,1 Prozent der Styria gehört. Weitere Titel sind: Die Tirolerin, Die Salzburgerin, Die Oberösterreicherin und, als Kooperationspartner, Eugen Russ' Die Vorarlbergerin. Die Oberösterreicherin und vor allem die von Peter Schattanek fast im Alleingang groß gemachte Die Tirolerin gelten dabei als Cashcows des Verbundes. Die Steirerin hingegen war bisher das Sorgenkind. "Doch nun sind wir gut unterwegs", sagt Gesamt-GF Eisendle: "Die Umsätze sind zuletzt deutlich gestiegen." Genauere Daten gibt es auch auf Nachfrage nicht. Hinweise dafür, dass das Konzept, durch die Bündelung regionaler Reichweitenkaiser auch für bundesweite Werbekunden interessant zu werden, aufzugehen scheint: Mit Nespresso, L'Oreal und Tamaris waren zuletzt vermehrt Großkunden mit Anzeigenflächen in den Blättern zu finden. (wk)


Foto © "Die Steirerin"