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ED: Es gibt einerseits gegen Stefan Tweraser, andererseits gegen Gustav Eder-Neuhauser und Sie ein Verfahren, das von der Staatsanwaltschaft Wien angestrengt wurde. Was sagen Sie dazu?

Essenther: Das ist ja stadtbekannt. Das steht in der einschlägigen Literatur auch seit Monaten und ist eigentlich schon nicht mehr interessant, weil dieses Verfahren seit Februar läuft. Es ist ein Sachverständigen-Gutachten in Auftrag gegeben worden, demzufolge die Zahlungen an Dr. Tweraser sehr wohl im Sinne der Telekom waren. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

 

ED: Sie und Ihr Kollege sind aber auch angeklagt …

Essenther: Ja. Das steht und fällt natürlich alles mit der Legitimität dieser Zahlungen. Es scheint so, dass sich die Staatsanwaltschaft der Idee anschließt, dass diese Zahlungen rechtens waren. Damit fällt alles wieder in sich zusammen.

 

ED: Die jetzige Havas hat sich ja damals fristlos von ihnen getrennt. Im Format meinte der internationale Chef der RSCG: Ihr Österreicher seid verrückt. Macht, was ihr glaubt machen zu müssen. Das heißt, die Euro RSCG international hätte die Scheinrechnungen auch akzeptiert.

Essenther: Ich befasse mich gar nicht mehr mental mit der Causa. Das ist vielleicht unglaubwürdig. Aber ich lese die Zeitungsberichte nicht, ich lese die APA nicht, ich lese die Protokolle nicht. Das ist für mich irgendwo nicht mehr interessant. Wir sind in unserer neuen Agentur, der EEP, bauen die auf.

 

ED: Aber wenn Sie in der Telekom Geschichte verurteilt werden? Da steht Gefängnis darauf.

Essenther: So wird es nicht kommen.

 

ED: Man sagt mir nun, dass vor allem Herr Tweraser sehr intensiv eine Verschleppung des Verfahrens betrieben hätte.

Essenther: Wir sind die EEP. Was mit Tweraser und dem Verfahren ist, das interessiert mich eigentlich nicht mehr.

 

ED: Wann wird das Verfahren abgeschlossen sein?

Essenther: Wahrscheinlich im Herbst.

 

ED: Sie sind sicher, dass Sie da ohne Beschädigung heraus kommen?

Essenther:  Der gesamte Medienverbund hat da Sachen geschrieben, die völlig unwichtig sind. Da geht es wirklich um nichts. Was es uns an Beschädigung eingebracht hat, ist Gott sei Dank längst tempi passati für uns. Wir sind schon auf einem neuen Boot und rudern schon.

 

ED: Aber, mit Verlaub, 585.600 Euro Beratungshonorare auf Scheinrechnungen in drei Teilrechnungen sind nicht nichts …

Essenther: Das ist journalistisch sehr klug, was Sie da sagen. Nur – da müssen Sie den Dr. Tweraser, den Herrn Schieszler und den Herrn Mag. Fischer dazu befragen. Weil die haben das Geld von A nach B transportiert. Wir haben dazu ja nichts gemacht, nichts verdient, nichts bekommen, nichts wollen. Wir haben einfach eine Rechnung geschrieben.

 

ED: Also Sie haben einfach einem Kunden, dem Sie nicht nein sagen wollten, einen Gefallen getan?

Essenther: Natürlich. So steht´s auch in dem Protokoll. Ganz genau so.

 

ED: Das andere Problem ist: Wenn Herr Tweraser verurteilt wird, dann fallen Sie mit ihm mit …

Essenther: Das stimmt schon.

 

ED: Wenn Sie verurteilt werden, kann das auch eineinhalb Jahre Knast bringen.

Essenther: Das ist nur unter ganz, ganz unwahrscheinlichen Bedingungen der Fall. Angeklagt ist in erster Linie der Herr Dr. Tweraser.